Jahresbericht 2015

Jahresbericht der Stiftung: „Ein Stück Hoffnung“

Liebe Freundinnen und Freunde , liebe Spenderinnen und liebe Spender,

endlich hat es geklappt! Im November dieses Jahres konnte ich die weite Reise zu den Philippinen antreten. Trotz aller chaotischen Begebenheiten war der Besuch ein voller Erfolg.

Girl Ich war mehr als überrascht von der hervorragenden Umsetzung der einzelnen Wohnbauprojekte. Als ich 2007 zum ersten Mal auf Cebu war, konnten mir lediglich die Müllberge mit den aus Abfall zusammengeschlagenen Hütten gezeigt werden. Kranke Kinder, nackt oder in Lumpen gekleidet, liefen herum. Die Menschen schienen teilnahmslos und erschöpft. Überall waren sie von Elend, Gestank und Dreck umgeben.

Jetzt hingegen besuchte ich Wohnprojekte, in dem mich fröhliche Bewohner und Kinder mit Willkommenstransparenten, Liedern und Tänzen begrüßten. (Durch Ihre Spenden konnten 22 Häuser gebaut werden.) Was für eine Verwandlung der ehemals ausgegrenzten Menschen hat stattgefunden! Alles ist ordentlich und sauber. In den winzigen Vorgärtchen blühen Blumen und Sträucher: Zeichen eines neuen Lebens. Es machte mich glücklich!

Traurig hingegen wurde ich beim Besuch der zur Prostitution gezwungenen Mädchen. Vor drei Jahren war Aids noch eine Randerscheinung. Jetzt gibt es zahlreiche HIV-Infizierte. Obwohl viele von ihnen sehr schwer erkrankt sind, werden sie gezwungen, weiter die Freier zu bedienen. - Für die Mädchen, die auch dank Ihrer finanziellen Hilfe aus der Zwangsprostitution befreit werden konnten, gibt es neuerdings nach der Rehabilitation Nachsorgeprogramme in Form von persönlicher Betreuung und Weiterbildungen.

Das Spendenaufkommen vom Dezember 2014 bis Dezember 2015 betrug gerundet 36.000 €. Hiervon wurden 12.000 € bereits ausgegeben: 8.000 € flossen in Schulbildungsprogramme, 4000 € wurden für die Rehabilitation von Zwangsprostituierten verwendet. Pater Kulüke, der jährlich die Projekte Vorort kontrolliert, wird mir nach Weihnachten vorschlagen wie die Gelder am besten innerhalb Schul- und Ausbildungsprogramme bzw. der Rehabilitation verteilt werden könnten.

Wie Sie sehen können, ist viel erreicht worden. Leider sind wir weiterhin auf Ihre Hilfe angewiesen, denn der Zuzug der vom Lande in die Städte abwandernden Armen hält unvermindert an. Die verlassenen Müllhütten werden sofort wieder in Besitz genommen wie auch die neu entstandenen illegalen Müllberge.

Bei meinem Aufenthalt konnte ich von der Rechtmäßigkeit der Finanzen überzeugen. Jeder Euro kommt an! Ich trage die anfallenden Kosten.

Ich möchte mich ganz herzlich bei Ihnen allen für die großzügigen Spenden bedanken, die den Kindern den Weg zu einem neuen Leben ebnen. Ich wünschte, Sie hätten wie ich die strahlenden Kinder Gesichter sehen können.

Ich wünsche Ihnen allen frohe Feiertage und ein gesundes friedvolles neues Jahr.

Das Konto für Ihre Spende:

Empfänger: KK-Stiftung
IBAN: DE07509500680002101327
BIC: HELADEF1BEN
Verwendungszweck: Ein Stück Hoffnung
Homepage: www.ein-stueck-hoffnung.de

Ihre Maria Spiegel


Heinz Kulüke SVD – University of San Carlos – 6000 Cebu City
Via dei Verbiti 1 – 00154 Roma – ITALIA


Liebe Freunde und Förderer in der Heimat,

der Film „Endstation Müll“, welcher Mitte diesen Jahres bei RTL und n-tv gezeigt wurde, hat einen weiteren Einblick in unsere Projektarbeit auf den Philippinen gegeben und deutlich gemacht, wie wichtig diese Arbeit auch in Zukunft für so viele Menschen am Rande der Gesellschaft ist. Die Hauptakteure des Films sind drei junge Menschen: Rosalyn von einer der vier Mülldeponien, der ehemalige Straßenjunge Raffi und Juliet aus einem der zahlreichen Rotlichtmilieus. Sie erzählen von ihrem Leben und wie sie den Ausweg aus Armut, Ausbeutung und Elend geschafft haben. Sie stehen stellvertretend für Hunderte von anderen Menschen, die noch im Elend leben, aber auch gleichzeitig für diejenigen, die über viele Jahre von den so großzügig von unseren Freunden und Förderern finanzierten Projekten profitieren durften. Dafür gilt am Ende des Jahres wieder einmal allen unser ganz herzlicher Dank!

Schulungsprogramme für Kinder und Jugendliche – „Der Ausweg aus Armut und Elend ist der Bildungsweg“, das gilt für Rosalyn, Raffy, Juliet und nach wie vor für all die vielen jungen Menschen von den Mülldeponien, aus den Stadtslums, den verarmten Fischer- und Kleinbauerndörfern sowie für die Menschen von den Straßen und aus den Rotlichtmilieus. Aus dem Tagebuch: Freitag, 17. April 2015 – Ein Besuch des Umsiedlungsgebiets für die Menschen von der Mülldeponie in Mactan/Cebu und aus anderen Slums. Es ist einfach schön, die vielen Kinder gesund und gut ernährt zu sehen. Das war in den zurückliegenden Jahren nicht selbstverständlich. Viele Kinder mussten stundenlang auf der Mülldeponie arbeiten. Die heute 12-jährige Melanie ist eine davon. Sie zeigt mir stolz ihr Haus, stellt mir ihre Geschwister vor und erzählt von ihrem Schulbesuch. Sie will Lehrerin werden und dann ihren jüngeren Geschwistern helfen, auch eine Berufsausbildung zu bekommen. ... Wie viele Kinder hat Melanie verstanden, dass ihre Schulausbildung sehr wichtig ist. Ihre Eltern unterstützen sie dabei. Die Eltern haben in der neuen Müllverarbeitungsanlage Arbeit gefunden und können mit dem geringen Gehalt ihre Familien ernähren. Unser Stipendienprogramm hilft bei der Finanzierung der Schulung ihrer Kinder. ... Es ist bereits 17:00 Uhr und die Mutter Liza kommt gerade von der Arbeit zurück. Sie unterbricht meine Unterhaltung mit Melanie. Mit Tränen in den Augen drückt sie ihre Dankbarkeit dafür aus, dass sie Teil des Umsiedlungsprojektes sein darf und dass wir ihr weiterhin bei der Schulung ihrer Kinder helfen. ...

Die Anzahl der geförderten Kinder und Jugendlichen im Stipendienprogramm schwankt und hängt von den erhaltenen Spenden ab. Etwa 1.500-2.000 Kinder und Jugendliche sollen alljährlich unterstützt werden. Der Betrag von 60 Euro reicht aus, ein Kind ein Jahr lang in der Grundschule zu fördern. In der Mittelschule sind das für denselben Zeitraum 100 Euro. Dafür werden zum Beispiel Schreibmaterialien, Bücher, Schulkleidung und Schulrucksäcke gekauft. Ein weiterer Betrag wird für die Schulgebühren, für Nahrung und für Transportkosten verwendet. – Die Ausbildung der Jugendlichen erfolgt an Berufsschulen und an der Universität. Für die zwei- bis vierjährigen Kurse werden Beträge von 800 Euro pro Jahr und Jugendlichem benötigt. Bis zu 100 junge Menschen sind in diesem Förderprogramm und bekommen so eine gute Berufsausbildung. Viele derjenigen, die die Berufsausbildung abgeschlossen haben, helfen heute ihren Familien und schicken ihre jüngeren Geschwister in die Schule. – Für die Mädchen aus den Slums wurde zudem ein neues Wohnheim in der Stadt errichtet, von dem aus sie in die Berufsschulen gehen und dann auch gleichzeitig von dem Personal unseres Entwicklungsbüros begleitet werden können.Ein menschwürdiges Lebensumfeld – Das achte Hausbauprojekt unseres Entwicklungsbüros – Samstag, 18. April 2015 – Ein ganz wichtiger Tag für die Familien der Mülldeponie von Cebu City und aus anderen Slums: Das Hausbauprojekt San Pio wird eingesegnet. ... Der eigentliche Segen sind die Leute selber und all die vielen Einzelspender/innen und Agenturen, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Über viele Jahre haben wir die Menschen begleitet und sie zu verschiedenen Schulungsveranstaltungen eingeladen. Heute haben die 220 Familien (1.500 Menschen) uns eingeladen. ... Das ist das Besondere dieses Tages. Wir sind ihre Gäste! Sie sind stolz darauf und haben mit viel Mühe ein einfaches, schönes Fest vorbereitet. Die Kinder und Jugendlichen zeigen während des Programms in den Gesängen und kulturellen Tänzen ihre Talente.

Meine Gedanken: Es ist schön, die Leute so zu sehen. Ich kenne viele von ihnen von den Mülldeponien und aus anderen Slums mit Namen. Jede Familie hat ihre je eigene Leidensgeschichte. ... Sie werden weiterhin Hilfe bei der Schulung der Kinder und bei der medizinischen Versorgung benötigen. ... Für uns bleibt die große Herausforderung, diese Projekte der Umsiedlung zu vervielfältigen - auf den Philippinen und weltweit. Tausende von Menschen müssen in Slums ausharren und auf ein besseres Leben warten. Die Arbeit geht weiter. – Auch im San Pio-Hausbauprojekt müssen noch weitere 150 Häuser gebaut werden. Der Bau eines Hauses kostet 4.000 Euro. – Wenn alles nach Plan verläuft, sollen zudem noch in diesem Jahr zwei neue Grundstücke für ein weiteres Umsiedlungsprojekt für etwa 150 Familien von den Mülldeponien gekauft werden. Diese Umsiedlungsprojekte bedeuten für die Menschen ganz einfach ein neues Leben.

Ernährungsprogramme für Menschen aus Slums und von den GehwegenFreitag, 2. Mai 2015 - Besuch des Stadtslums Mahayahay. Bereits vier Mal wurden in diesem Jahr die Hütten der Bewohner abgerissen und die Menschen mussten den Bautrupps weichen. Da die Regierung kein Umsiedlungsgebiet zur Verfügung stellt, bleibt nur die Option, sich in einem der anderen, bereits übervölkerten Slums anzusiedeln. Die Armen zeigen ihre Solidarität und nehmen die neuen Familien mit auf. ... Die ständigen Umsiedlungen machen auch die Lebensgrundlage der Menschen kaputt, die sich durch kleine Geschäfte oder Warenverkauf am Straßenrand über Wasser halten. ... „Wir können unsere Kinder nicht mehr ausreichend ernähren“, ergreift Jubi an diesem Abend das Wort, krempelt ihre leeren Rocktaschen um und weist auf die zahlreichen Kinder, die am Straßenrand auf Pappkartons liegen oder unter Zeltplanen eine menschenunwürdige Bleibe gefunden haben. „Ob ich helfen kann“, bittet Jubi und setzt die Unterhaltung fort. Alle anderen 30 Frauen hören aufmerksam zu ... Trotz Progress gibt es immer mehr Menschen in den Slums, die sich nicht mehr ausreichend ernähren können. Vor allem sind die Kinder und älteren Menschen die Leidtragenden. Dabei reichen 25 Pesos (1/2 Euro) aus, um einem Kind oder einem älteren Menschen täglich eine warme Mahlzeit zu bereiten. Die Mütter übernehmen den Einkauf und das Kochen ... Zusätzlich zu den Ernährungsprogrammen in den mittlerweile über 125 Kindergärten müssen weit über 1.000 Kinder und ältere Menschen in den Slums von Cebu ernährt werden, und das zumindest solange, bis die Familien genügend Einkommen haben und sich ihre Nahrung wieder selber leisten können.

Laufende Hilfsprojekte – Die laufenden Hilfsprojekte sind weiterhin sehr zahlreich: Neben den oben aufgeführten Projekten leistet das Zentrum („Haus des Samariters“) für die Straßenkinder und älteren Menschen von den Gehwegen der Stadt Cebus wichtige Dienste. Etwa 100 Kinder und 60 ältere Menschen erhalten hier neben der täglichen Nahrung und medizinischen Versorgung eine Chance durch Bildung auf ein besseres Leben. – In den verarmten Kleinbauerndörfern der Insel Mindanao im Süden der Philippinen konnten 25 weitere Kindergärten gebaut werden, in denen die Kinder ernährt, gesundheitlich versorgt und auf den späteren Schulbesuch vorbereitet werden. – Da die verarmten Kleinbauerndörfer dieser Insel auch als Rekrutierungsgebiet der Menschenhändler gelten, wurden hier erneut Aufklärungsprojekte von unserem Entwicklungsbüro initiiert. In Cebu selber helfen unsere Rehabilitierungszentren - unter der Leitung der Schwestern vom Guten Hirten - den Opfern des Menschenhandels in der Szene. – Die Rehabilitierungsarbeit für die Opfer des Taifuns Haiyan/Yolanda auf der Nachbarinsel Leyte läuft weiter. Neben den anfänglichen Soforthilfen geht es derzeit weiterhin darum, den Leuten beim Aufbau ihrer Unterkünfte und mit einkommenschaffenden Maßnahmen zu helfen. Insgesamt wurden bereits 9.000 Holzhäuser gebaut. Die Familien erhielten dazu jeweils eine Beihilfe von 350-400 Euro. Die verbleibenden Gelder werden für den Wiederaufbau von Schulen verwendet. All das ist nur dank der Hilfe großzügiger Spender/innen und Agenturen möglich. Die Naturkatastrophen verursachen unsagbares Leid.

All die so großzügig geteilte Hilfe ist für so viele Menschen lebenswichtig. Dafür sind die Menschen hier vor Ort sehr, sehr dankbar. Weihnachten erinnert daran, wie wichtig für Gott der Mensch und seine Welt ist. Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein friedvolles neues Jahr!

Mit nochmaligem herzlichen Dank und freundlichen Grüßen

Heinz Kulüke SVD