Jahresbericht 2014

Jahresbericht der Stiftung: „Ein Stück Hoffnung“

Liebe Spenderinnen und Spender, liebe Freunde!

Das Jahr geht zu Ende. Wie in jedem Jahr ich möchte ich Sie über die Entwicklungen auf Cebu informieren. Leider war es mir wie im Vorjahr aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht möglich, die Philippinen zu besuchen. Deswegen übermittle ich Ihnen den Jahresbericht von Prof. Dr. Kulüke. Er ist nach der Berufung zum Generaloberst seines Ordens (Steyler) in Rom weiterhin Koordinator der Stiftung. Im Januar sowie im Juli/August 2014 besuchte und überprüfte er die verschiedenen Stiftungsprojekte. Mit Euren spontanen Spenden war es möglich, Soforthilfe zu leisten.

Die Beseitigung der durch den Hurrican verursachten Verwüstungen und die Wieder- aufbaumaßnahmen sind gut vorangekommen. Es konnte auch traumatherapeutische Hilfe geleistet werden. Die Verarbeitung der erlittenen psychischen Schäden wird vor allem bei den Kindern sehr lange dauern.

Heinz Kulüke SVD – University of San Carlos – 6000 Cebu City
Via dei Verbiti 1 – 00154 Roma – ITALIA


Liebe Spenderinnen, liebe Spender

mit diesem Rundbrief darf ich am Ende des Jahres wieder einen kleinen Einblick in die Entwicklung unserer Projekte geben. Für Ihre wieder einmal so grosszügige Unterstützung bedanke ich mich von Herzen.

Im Januar sowie im Juli/ August standen neben den Besuchen der verschiedenen Sozialprojekte auf der Insel Cebu die Katastrophengebiete des Taifuns und Erdbebens im Vordergrund. Mittlerweile konnte dort dank der so großzügigen Unterstützung aus der Heimat vielen Menschen in Not ganz konkret geholfen werden.

Katastrophengebiete

Der Taifun Yolanda liegt etwa über ein Jahr zurück ... 2 Millionen Menschen haben dabei viele Angehörige und ihr ganzes Hab und Gut verloren. ... Die Soforthilfe kam in Form von Nahrung, Trinkwasser, medizinischer Versorgung, Traumaarbeit und Hilfe bei der Bestattung der zahlreichen Toten. Die Wiederaufbauarbeiten kommen gut voran. ... Mittlerweile konnten zusammen mit der Stiftung der Steyler Missionare umfangreiche Soforthilfen geleistet werden bei 25.000 Familien. Für über 5.500 Familien konnten neue Unterkünfte gebaut werden. Bei meinem heutigen Besuch treffe ich viele dieser so dankbaren Menschen. Etwa 300 Kinder -begrüßen mich und geben ihrer Freude Ausdruck, dass sie wieder in die Schule gehen können...

Hausbauprojekte

23. Juli 2014 – Besuch unseres Umsiedlungsprojektes (in Talisay ). Es hat große Fortschritte gemacht hat. Von den etwa 400 vorgesehenen Häusern sind bereits über 200 fertig und bewohnt.

Viele dieser Menschen haben noch bis vor wenigen Monaten auf den Mülldeponien, entlang der Flüsse, in verarmten Fischerdörfern oder in anderen Slums gelebt. Hier haben sie ein neues Zuhause gefunden. Spielende Kinder bestimmen das Straßenbild. Im Gegensatz zu früher ist jetzt kaum ein Kind krank. Alle gehen zur Schule und bereiten sich so auf eine bessere Zukunft vor. –

Grace lässt meine Hand bei dem Rundgang durch das neue Dorf nicht mehr los. Ich kenne das kleine Mädchen von der Mülldeponie der Stadt Cebu. Auf der Deponie war sie ständig krank und einige Male dem Tod sehr nahe. Heute ist sie gesund und träumt davon, später studieren zu können. Eine bewegende Begegnung, die sich so oder anders in den kommenden Tagen mehrmals wiederholen wird. –Der Dank für all das geht an Sie.

Mülldeponien

18. Juli 2014 – Mülldeponie – Ein 10-jähriges Mädchen auf der Deponie zieht mich an die Seite ... Ob ich ihr helfen kann, fragt Shari ... Seit einigen Wochen hat sie wieder Anfälle, sagt sie ... Die Mutter der sechsköpfigen Familie ist nach einem Streit mit dem betrunkenen Vater weggelaufen ... Nun hat sie keine Medizin mehr ... „Bitte hilf mir ...“, unterbricht sie immer wieder ihre Geschichte ... Shari hat Epilepsie ... Mit nur zehn Jahren muss sie sich auch um ihre vier kleinen Geschwister kümmern.

, während der Vater das Geld für die tägliche Nahrung aus dem Müll der Großstadt Cebu herauszukratzen versucht.

Menschen in Stadtslums

Besuch der Menschen in Kamagayan ... Dreißig Familien finden wir an diesem Augustabend zusammengepfercht in einer alten Lagerhalle. ... Sie sind von den Gehwegen der Stadt vertrieben worden. ...Angeblich würde eine bessere Unterkunft auf sie warten ... Selbst nach einem Jahr ist das Versprechen nicht wahr geworden ... Überall liegen die Kinder auf schmutzigen Pappkartons. ... Viele von ihnen sind krank und müssen dringend medizinisch versorgt werden ... Der Rundgang von Familie zu Familie enthüllt viele weitere Probleme ... Wir versorgen die vier Kleinkinder von Tony ... Alle haben hohes Fieber und starken Husten ... Tony erzählt dabei, wie seine Frau vor einigen Wochen bereits von der Polizei verhaftet wurde und seitdem im Gefängnis sitzt. ... Sie hatte sich den Männern widersetzt, die ihre armselige Bleibe auf dem Gehweg abgerissen haben ... Tony weiß kaum, wie er die Kinder ernähren kann. An die Gesundheitsversorgung und auch an die Schulung der Kinder ist kaum zu denken ... Viele Menschen wie die Familie von Tony brauchen in den Stadtslums Hilfe...

Straßenmenschen

Januar 2014: Die Nachricht meiner Rückkehr nach Cebu hat sich bei den Familien auf den Gehwegen schnell herumgesprochen ... Jeden Abend stehen hilfsbedürftige Menschen vor der Tür ... Dabei geht es um Nahrung, um Medizin, die Schulung der Kinder und Hilfe bei Beerdigungen ... Die 25-jährige Brenda bittet mich, sie zu ihrem Platz auf dem Gehweg in der Nähe der Kathedrale zu begleiten ... Ein Pappkarton ... zwei kleine Kinder notdürftig mit Lumpen zugedeckt, um sie vor den vielen Mücken und Kakerlaken zu schützen. ... Im letzten Jahr musste ich ihren einzigen Jungen zu beerdigen ... Geboren in eine Welt hinein ohne Platz für ihn. Die Anzahl der Straßenkinder wächst. ...Hier geht es häufig um Leben und Tod ...

Rotlichtmilieu

18. Juli – Cebu City – Rotlichtmilieu – Straßenstrich. ... Im Grunde sind sie alle Opfer einer kranken und korrupten Gesellschaft ... Ausgenutzt häufig schon als Kinder armer Familien in den Slums und dann als Opfer der Menschenhändler, ist ihr Lebensweg vorgezeichnet ... Die Wunden tiefer seelischer Verletzungen lassen sich nur schwer durch Rehabilitierungsprogramme lindern ... An diesem Abend spreche ich mit Joni ... Mit vierzehn begann ihr ungewolltes Leben in den Rotlichtmilieus der Stadt Cebu ... Die Einzelheiten der Ausbeutungen lassen sich nicht in Worte fassen ... Sie spricht einige Brocken Italienisch, Japanisch, Koreanisch und Deutsch ... Das hat sie von einigen Kunden gelernt ... „Ich komme nicht hier raus.“ ... Mit 22 Jahren ist das Leben fast schon zu Ende ... Die Aufklärungsprojekte, um junge Mädchen vor den Anwerbern zu warnen, laufen weiter ... Auch die Rehabilitierung muss weitergehen ... Den Förderer/innen gilt der Dank ...

In der Zukunft wird es wichtig sein, weiterhin etwa 1.500 Kindern den Schulbesuch zu finanzieren. Damit sind sie den Gefahren und den ständigen Erkrankungen :Magen-Darm, Bronchitisauf dem Müll nicht mehr ausgesetzt. 50 Euro reichen pro Jahr für ein Kind in der Grundschule. In der Mittelschule sind das für denselben Zeitraum 90 Euro für Schulmaterialien, Bücher, Schulkleidung, Schuhe, Schulgebühren, Nahrung und Fahrgeld. Die Versorgung mit Nahrung, Medizin, Hilfe bei Beerdigungen ist ebenfalls wichtig wie die Unterstützung von Einkommen schaffenden Maßnahmen und die Hilfe beim Bau von Unterkünften.

Die Weihnachtsbotschaft kommt aus unserem Zentrum für Straßenkinder in Cebu. ... Mit im Leitungsteam ist der 18 jährige Raji. Er wird zum Lehrer ausgebildet und sorgt sich in seiner Freizeit um die jüngeren Straßenkinder. Kaum jemand wird die Situation der Kinder auf den Straßen wohl besser verstehen als er. Viele Jahre lebte er wie sie und verdiente als Müllsammler und Bettler seinen täglichen Reis. Hunger, Krankheiten und Misshandlungen durch die Polizei z.B. gehören zu seinen Erfahrungen. ... Jetzt hilft Raji anderen Kindern in Not. .... Nicht vorbeigehen, wenn unsere Hilfe notwendig ist!

Ich wünsche eine gesegnete Adventszeit, ein gutes Weihnachtsfest und ein Jahr gekennzeichnet durch Gerechtigkeit und Frieden

Heinz Kulüke SVD


Liebe Spenderinnen, liebe Spender,
ich möchte mich bei Euch allen über die großzügige Spendenbereitschaft ganz herzlich bedanken.

Übertrag zum 01.01.2014
13.896,50 €
Spenden in 2014 bis einschl. 09.12.2014
19.141,70 €
Zwischensumme
33.038,20 €
Überweisungen an JPIC in 2014
15.000,00 €
Kontoführungsgebühren 1 - 11 / 2014
113,55 €
Bestand zum 10.12.2014
17.924,65 €


Verwendung der Gelder 2014

5000 € bekam das Drop-in Center zusammen mit dem Reha-Zentrum für medizinische Versorgung, Schwangerschaftsfürsorge Toilettenartikel und Ernährung- können die Mädchen nicht arbeiten, sind sie völlig mittellos-. Von hier aus haben sie die Möglichkeit, aus dem Milieu auszusteigen und ins Rehabilitation-Zentrum aufgenommen zu werden.
5000 € wurden ausgegeben für berufliche Bildung (pro Kandidat 90 € pro Jahr)
5000 € Schulausbildung für die bedürftigen Kinder (100 Kinder besuchten ein Jahr die Schule)
Näheres die Einrichtungen betreffend ist auf der Homepage www.ein-stueck-hoffnung.de zu finden. Die verbliebenen 17,924,65 € werden in den nächsten Wochen zu Beginn des neuen Schuljahres den o.g. Einrichtungen anteilig zugeführt.
Man möchte meinen, dass durch die Unterbringung so vieler „Müllmenschen“ in den Hausbauprojekten, die „Besiedlung“ der Müllhalden zurückgeht. Das Gegenteil ist der Fall. Jede aufgegebene Hütte wird sofort belegt, neue kommen dazu. Unaufhörlich ist der Strom der verarmten Landbevölkerung auf die Müllhalden der Stadt. Dort hoffen Sie Geld für den täglichen Lebensunterhalt zu erwirtschaften.
Der einzige Ausweg aus Armut und Elend ist der Bildungsweg,
Dank Eurer Großherzigkeit ist wieder viel erreicht worden.
Unsere größte Sorge gilt wie immer den Kindern von den Müllhalden, den Fluss-und Straßenslums, den obdachlosen Kindern. Vielen habt Ihr den Schulbesuch bzw. eine Ausbildung ermöglicht . In Drop-In Zentren bekommen sie Essen, werden medizinisch versorgt und auf die Schule vorbereitet. Viele misshandelte Kinder und Mädchen konnten den Fängen der Zuhälterinnen /Zuhälter entrissen werden. Die zur Prostitution gezwungenen Kinder und Mädchen werden nach der Flucht aus dem Rotlichtghetto im Reha-Zentrum untergebracht, werden psychologisch betreut, können den Schulabschluss nachholen, eine Ausbildung machen und werden auf dem Weg in ein selbständiges Leben begleitet.
In den verarmten Provinzen der südlichen Philippinen laufen die Aufklärungsprojekte weiter. Dennoch wächst das Problem: Menschenhandel.
50 Kindern konnte der Schulbesuch ein Jahr lang ermöglicht werden., ebenso die geförderten ca. 25 Ausbildungskandidaten. Darunter sind auch die zur Prostitution gezwungenen Mädchen des Reha-Zentrums stehen.

Bildung allein ist der Weg in eine bessere Zukunft
Zum Schluss noch ein Wort in eigener Sache. Wie Ihr vielleicht nicht wisst, ist die Stiftung: Ein Stück Hoffnung eine selbständige, eigenverantwortliche Treuhandstiftung bei der Karl Kübel-Stiftung (KKS). Diese hat, wie ich hörte, Ihnen Weihnachtsgrüße geschickt. Dabei sind Fehler aufgetreten unter anderem hat sie ihr eigenes Projekt vorgestellt für das sie mit ihrer Kontoverbindung um Spenden bittet. Gott sei Dank ist es kein Problem, Ihre dort eingegangenen Spenden auf mein Konto zu transferieren.

Hier die richtige Kontoverbindung
Empfänger:
Karl Kübel Stiftung
IBAN:
DE07 509 500 68 000 210 1327
BIC:
HELADEF1BEN
Verwendungszw.:
Treuhandstiftung "Ein Stück Hoffnung"


Bitte Eure Adresse für die Spendenbescheinigung nicht vergessen!

Auch ich wünsche Ihnen allen frohe Feiertage und ein gesundes friedvolles Neues Jahr.

Mit herzlichen Grüßen

Maria Spiegel